Portal des Tunnel de Champel in Genf
11.12.2019
Tunnelbau im urbanen Raum

Die CEVA, die neue Bahnlinie zwischen dem SBB Bahnhof Cornavin und dem SNCF Bahnhof in Annemasse, schlägt eine Brücke in der verkehrsgeplagten Agglomeration Genf. Der 1630 Meter lange Tunnel de Champel ist das zentrale Element des Projekts, das die Gebiete im Norden und Süden der Stadt verbindet.

​Der Tunnel de Champel führt vom Ufer der Arve unter stark bebautem urbanem Gebiet hindurch. Die Geologie ist schwierig. Hauptsächlich müssen Lockergesteine und Schotter durchfahren werden. Hinzu kommen gespannte Grundwasserlinsen. Die Gebäudefundamente liegen nur wenige Meter über dem Tunnel. Ein „sensibles Umfeld“, schreiben die planenden Ingenieure in einem Beitrag fürs Tunnelbaukolloquium der ETH Zürich. Projektleiter Paul Freudiger von Marti Tunnel sagt: „Das grösste Problem sind Setzungen also Absenkungen des Bodens während dem Bau. Die Folge wären Schäden an den Häusern gewesen.“ Das galt es, unbedingt zu verhindern.

​Tunnelbau im Schutz des Rohrschirms

Das Mittel der Wahl ist ein Rohrschirm, der eingebohrt wird, bevor der eigentliche Tunnel ausgebrochen wird. „Vor dem Ausbruch des Tunnels treiben wir Rohre 20 Meter weit ins Lockergestein, danach pressen wir eine Zementsuspension in die Löcher, die das Gestein stabilisiert“, sagt Freudiger.
Für den Rohrschirm über dem 1630 Meter langen Tunnel haben die Tunnelbauer 90 Kilometer Rohre eingebaut. Nötig sei auch, die Ortsbrust zu stabilisieren und allfällige Grundwasserlinsen mit Drainagebohrungen zu entlasten. Entscheidend war, dass die Zeit zwischen dem Ausbruch des Tunnels und der ersten Sicherung des Gewölbes möglichst kurz blieb, um die gefürchteten Setzungen zu vermeiden.

 
Marti Tunnel AG
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